Beitrag von Andreas Krinninger, Vorsitzender der Geschäftsführung Linde Material Handling, Aschaffenburg, 08. Juli 2020

Auch bei Linde Material Handling hat die Corona-Pandemie Abläufe verändert. Der Lockdown hat gezeigt, wie wichtig stabile Lieferketten sind und welch große Bedeutung hierbei Flurförderzeuge haben. Andreas Krinninger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Linde Material Handling GmbH, betont, dass eine weiter zunehmende Automatisierung der Herstellungs- und Materialhandlingprozesse zu robusteren Lieferketten führt.

Foto: Linde Material Handling

Andreas Krinninger, Vorsitzender der Geschäftsführung Linde Material Handling GmbH. Das Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten. In Europa ist das Unternehmen mit den Marken Linde und Fenwick (Frankreich) Marktführer. Seit 2006 gehört Linde zur KION Group – dem weltweit zweitgrößten Hersteller von Flurförderzeugen und einem der führenden Anbieter von Automatisierungslösungen für die Intralogistik. www.linde-mh.de 

Die Corona-Pandemie hat das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben spürbar beeinflusst und auch bei Linde Material Handling zu neuen Realitäten im Arbeitsalltag geführt. Alle Abläufe im Unternehmen wurden zum Schutz der Mitarbeiter vor einer Infektion mit Covid 19 organisatorisch angepasst. Oberste Priorität am Arbeitsplatz haben Sicherheit und Gesundheitsschutz.

Stabile Lieferketten fortan noch mehr im Fokus

Gleichzeitig hat uns der Lockdown vor Augen geführt, wie wichtig stabile Lieferketten für die Gesellschaft sind und welch große Bedeutung Flurförderzeuge für die Aufrechterhaltung dieser Lieferketten bei unseren Kunden haben. In den versorgungskritischen Industrien stieg zudem der Bedarf an Staplern und Lagertechnikgeräten stark an und es bewährte sich, dass unser Netzwerk europaweit die größte Mietflotte koordiniert und somit kurzfristig Geräte zur Verfügung stellen konnte.

Persönliche Kontakte bleiben wichtig

Durch die wochenlang geltenden Kontaktbeschränkungen verlagerte sich die Kommunikation auf digitale Kanäle, überdies wurden Vertriebsprozesse konsequent an digitale Medien und Kommunikationswege angepasst. Digitalkonferenzen haben sich als sehr effektiv erwiesen und uns gezeigt, dass die eine oder andere Reisetätigkeit in Zukunft entfallen kann. Aber auch wenn die virtuelle Zusammenarbeit sehr gut funktioniert hat, sind regelmäßige persönliche Kontakte wichtig, um das Vertrauensverhältnis zu unseren Kunden zu pflegen, in größeren Mitarbeiterteams zu diskutieren oder Ideen und Innovationen durch spontanen Gedankenaustausch zu fördern. Die passende Mischung ist entscheidend.

Steigende Automatisierung macht Lieferketten robuster

Infolge des Lockdown ist die Nachschubversorgung in vielen Betrieben ins Stocken geraten. Um dieses Risiko in Zukunft zu reduzieren, werden viele Kunden ihre Beschaffung regionaler organisieren und zudem größere Materialpuffer entlang der Supply Chain einrichten. Eine weiter zunehmende Automatisierung von Herstellungs- und Materialhandlingprozessen wird Lieferketten gleichzeitig robuster gegen Gesundheitseinflüsse gestalten. Auch Entscheidungsprozesse entlang von Lieferketten werden zunehmend automatisiert, was dabei helfen wird, Bedarfsverschiebungen frühzeitig zu erkennen und schnell darauf reagieren zu können. Damit wird verhindert, dass ein kleiner Ausschlag am Anfang der Wertschöpfungskette immer größere Kreise zieht und am Ende Herstellungsprozesse massiv behindern kann.

Lieferketten künftig regionaler aufstellen

Während Lieferketten zukünftig regionaler ausgeprägt sein werden, wird die globale Wirtschafts- und Forschungszusammenarbeit weiterhin entscheidend sein, um wichtige Innovationen voranzutreiben. Wir brauchen auch in Zukunft durch Innovationen getriebenes Wachstum. Aber es muss nachhaltiger, bedachter und vor allem ressourcenschonender sein. 

Corona hat neues Produkt initiiert: Sicherheitsdistanz-Weste

Die Wucht und Geschwindigkeit, mit der die Pandemie die gesamte europäische Wirtschaft getroffen hat, stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Auf Krisenszenarien in dieser Größenordnung werden wir unsere Notfallpläne anpassen. Doch die Corona-Pandemie hat unserem Unternehmen auch viele Chancen eröffnet. Zum Beispiel haben wir innerhalb weniger Wochen ein neues Produkt entwickelt, das es Mitarbeitern in Produktion, Logistik und anderen Bereichen ermöglicht, den vorgeschriebenen Mindestabstand einzuhalten, ohne ständig die Kollegen im Blick haben zu müssen. Im Falle einer Infektion eines Mitarbeiters kann sogar das Ansteckungsrisiko bei Kollegen sehr schnell digital ermittelt werden; im Infektionsfall können Quarantäne-Maßnahmen dann sehr fokussiert eingesetzt werden, ohne den Gesamtbetrieb zu gefährden. Die Entwicklung dieser Sicherheitsdistanz-Weste arbeitet mit einer neuartigen Funktechnologie und warnt zudem vor herannahenden Staplern. Das Engagement von allen Seiten, dieses Produkt so schnell hinzubekommen, war ein tolles Erlebnis!

… und auch emotionale Momente gebracht

Besondere Momente waren auch die zum Teil emotionalen Gespräche in der Produktion und die Freude der Mitarbeiter aus Verwaltung, Vertrieb und Service, endlich wieder ins Büro kommen zu dürfen. ■