Beitrag von Dr. Kurt Schmalz, Geschäftsführender Gesellschafter J. Schmalz GmbH, Glatten, 29. Juli 2020

Flexibilität der Mitarbeiter, Absicherung der Lieferketten und von Anfang an ein erstklassiges Krisenmanagement: Dr. Kurt Schmalz gibt uns einen Einblick, wie sein Unternehmen mit der Corona-Krise umgeht. Vor allem will Schmalz einen Beitrag dazu leisten, dass die Kunden ihrerseits die aktuelle Situation gut bewältigen können.

Dr. Kurt Schmalz

Foto: Schmalz

Dr. Kurt Schmalz, Geschäftsführender Gesellschafter J. Schmalz GmbH in Glatten, Schwarzwald. Das Familienunternehmen gilt als Marktführer im Bereich Automatisierung mit Vakuum sowie für ergonomische Handhabungssysteme. Die Produkte kommen in der Logistik, Automobilindustrie, Elektronikbranche und Möbelproduktion zum Einsatz. Zum Geschäftsfeld Vakuum-Automation gehören Komponenten wie Sauggreifer und Vakuum-Erzeuger sowie komplette Greifsysteme und Spannlösungen zum Festhalten von Werkstücken. Das Geschäftsfeld Handhabung beinhaltet Vakuumheber und Kransysteme als Handhabungslösungen für Industrie und Handwerk. Im Geschäftsfeld Energiespeicher entwickelt Schmalz Speicherlösungen, mit denen regenerativ erzeugte Energie zwischengespeichert und bedarfsgerecht genutzt werden kann. 
www.schmalz.com

Die Corona-Krise hat für Schmalz einschneidende Auswirkungen – und doch bietet sie Chancen, die wir mutig ergreifen. Als finanziell unabhängiges, nachhaltig agierendes Familienunternehmen sind wir sehr gut aufgestellt, um die Krise zu bewältigen.

Krisenmanagement

Eine erfolgreiche Krisenbewältigung erfordert zunächst ein erstklassiges Krisenmanagement. Wir haben bei Schmalz deshalb schon in den ersten Tagen die Weichen gestellt, um die Folgen abzumildern. Dazu zählt beispielsweise die Gründung eines Krisenstabs, der die Situation ständig neu bewertet und entsprechende Maßnahmen umsetzt. Mit unseren Hygiene- und Verhaltensregeln gehen wir über die Anforderungen und Empfehlungen der Behörden hinaus. Wir sehen es auch als unsere Pflicht, mit unserem Know-how die Gesellschaft im Kampf gegen das Virus zu unterstützen. So haben wir beispielsweise den Entscheidungsträgern in der Region bei der Beschaffung von Masken und Beatmungsgeräten geholfen. Unter Federführung des Campus Schwarzwald und in Kooperation mit der Firma KochPac haben wir ein zertifiziertes Gesichtsschild entwickelt, das wir kostenfrei an Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder auch Kindergärten verteilen. Unsere Mitarbeitenden haben diese Face Shields ebenfalls erhalten, zudem hochwertige Mund-Nasen-Masken.

Gemeinsam gegen Corona

Mich begeistert, wie unsere Mitarbeitenden die Situation angenommen haben und mit ihr umgehen: Alle zeigen große Flexibilität, um auch in Krisen-Zeiten für unsere Kunden da zu sein. Wir haben frühzeitig unsere Lieferkette abgesichert. Unsere Mitarbeitenden in Produktion und Logistik haben Außergewöhnliches geleistet, um die Ware schnell zu unseren Kunden zu bekommen. Gerade jetzt sind die Systeme von Schmalz besonders gefordert, zum Beispiel bei der Handhabung von Lebensmitteln in Verteilzentren oder auch beim Greifen von Medizinprodukten. Wir leisten unseren Beitrag, damit auch unsere Kunden die Krise bewältigen – das ist unser Anspruch. Auch die während des Lock Downs fast ausschließlich virtuelle Zusammenarbeit in den Bürobereichen hat hervorragend funktioniert – wenngleich sich gezeigt hat, dass ein persönliches, vertrauensvolles Gespräch durch nichts zu ersetzen ist. Insbesondere für Führungskräfte ist die Corona-Zeit eine enorme Herausforderung: Schließlich erfordert Führen aus der Distanz maximales Vertrauen zu den Mitarbeitenden.

Mehr denn je im Fokus: die Kunden

Dank unseres Krisenmanagements und dem Einsatz unserer Mitarbeitenden gelingt es uns, auch jetzt für unsere Kunden da zu sein – das ist aktuell wichtiger denn je. Trotz ausgefallener Messen konnten wir den persönlichen Kontakt zu unseren Kunden nicht nur halten, sondern über neue Kanäle noch ausbauen: So haben wir in kürzester Zeit Tools wie einen Live-Chat und eine Videoberatung etabliert sowie mit der SchmalzEXPO unsere erste virtuelle Messe gestartet. Wir nutzen diese Kanäle, um unseren Kunden die zahlreichen Produktneuheiten von Schmalz vorzustellen, darunter innovative Lösungen für die Robotik oder für die Digitalisierung von Greifprozessen.

Digitalisierungsschub nutzen

Überhaupt hat die Digitalisierung in den vergangenen Wochen und Monaten einen enormen Schub bekommen, nicht nur bei der Kommunikation. Wir erleben heute eine durch die Digitalisierung deutlich gesteigerte Flexibilität. Ein Beispiel ist Predictive Maintenance: Die dafür notwendigen Voraussetzungen haben wir durch kommunikationsfähige Komponenten wie unsere Smart Field Devices längst geschaffen. Sie machen die unterste Feldebene transparent für die gesamte Fertigungssteuerung und Instandhaltung und bilden damit einen wichtigen Baustein für digitalisierte Prozesse. Was ist der Gewinn? Eine flexiblere Produktion, die auf sich ändernde Rahmenbedingungen schnell reagieren und sich selbst überwachen kann. Der Mensch wird zum Dirigenten der digitalisierten, wertschöpfenden Prozesse – auch vom Homeoffice aus. Darüber hinaus vereinfacht die Digitalisierung die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine: Kollaborative Roboter sind dank intelligenter Sensoren intuitiv angelernt, smarte Greifer erkennen Werkstücke und sichern den Arbeitsablauf. Die Digitalisierung bringt die manuelle und automatisierte Fertigungsumgebung also weiter nach vorn. Sie öffnet die Tür in eine flexiblere, effizientere und menschenfreundlichere Produktionswelt.

Fazit

Die Dynamik der vergangenen Wochen und Monate war enorm. Zum Teil mussten wir im Tagesrhythmus Entscheidungen treffen – häufig unter großer Unsicherheit. Wir sind bisher gut durch die Krise gekommen und sind uns sicher, dass uns das auch weiterhin gelingt. Schmalz ist ein zuverlässiger Partner für die Mitarbeiter und Kunden: Von dieser Maxime rücken wir auch in der Corona-Krise keinen Millimeter ab. ■