Beitrag von Achim Gauß, Geschäftsführer Zimmer Group, Ettlingen, 27. September 2020

Mit Effizienz, Flexibilität und Produktdiversifizierung manövriert die Zimmer Group gut durch die Corona-Zeit. Geschäftsführer Achim Gauß meint, dass gesellschaftliche Verantwortung in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit und die erfolgreiche Entwicklung neuer globaler Geschäftsfelder keine Gegensätze sein müssen.

Achim Gauss

Foto: Zimmer Group

Achim Gauß, Geschäftsführer Zimmer Group. Das Unternehmen zählt mit gut 1.200 Mitarbeitern zu den weltweit führenden Herstellern von Automatisierungs-, Maschinen- und Möbeldämpfungskomponenten sowie der Verfahrenstechnik. Es ist Partner für Systemlösungen zahlreicher namhafter nationaler und internationaler Unternehmen aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau sowie der Luftfahrt-, Automobil- und Möbelindustrie. Zimmer steht seit 1980 für Innovationskraft „Made in Germany“ und ist mit einem Vertriebsnetz in 125 Ländern vertreten. www.zimmer-group.de 

Das Corona-Virus (SARS-CoV-2) hat die Welt getroffen und unseren Alltag komplett verändert. Unsere Straßen waren plötzlich leer, das öffentliche Leben stand still, und vor allem mussten wir den Kontakt zu unseren liebgewonnenen Mitmenschen und Familienmitgliedern auf ein Minimum reduzieren. Auch die Zimmer Group war mit der Unsicherheit und einer völlig neuen Herausforderung konfrontiert. Es ging darum, kurzfristig drei wichtige Aspekte zu gewährleisten: Die Wahrung der Gesundheit unserer Mitarbeiter, den Schutz unserer Kunden und die Aufrechterhaltung der Produktionsfähigkeit des Unternehmens. Dies wurde durch entsprechende Handlungsempfehlungen, spezielle Corona-Hygienevorschriften, die räumliche Entzerrung der Abteilungen, Home-Office-Regelungen und Sicherheitsmaßnahmen erreicht.

Hohe Branchen- und Produktdiversifizierung

Unser Krisenmanagement half unsere Kunden auch in dieser Zeit der Unsicherheit gut zu bedienen und zu betreuen. Neben dem aktiven Krisenmanagement kommt der Zimmer Group zugute, dass sie als Global Player mit hoher Branchen- und Produktdiversifizierung im Markt agiert. Wir haben mit einem sehr zukunftsfähigen Produktportfolio an Komponenten in Verbindung mit funktionalen Softwaremodulen den Fokus auf Effizienz und Flexibilität gesetzt und waren bereits vor der Krise sehr gut im Markt platziert. Auch einige strategische Entscheidungen der vergangenen zwei Jahre, zum Beispiel die Ausweitung unseres Systemgeschäfts und eine konsequente Ausrichtung auf das Thema Automatisierung, haben dazu beigetragen, dass die Krise bisher nur moderate betriebswirtschaftliche Auswirkungen auf die Zimmer Group hat.

Chance für nachhaltige interne Veränderung und Erneuerung

Aber die Corona-Pandemie hat die Zimmer Group nicht nur durch kurzfristige Maßnahmen verändert, sondern wir haben sie auch als Chance für eine nachhaltige interne Veränderung und Erneuerung genutzt. Durch die konsequente Digitalisierung der Unternehmensprozesse, Verbesserung von Kommunikationstools, die beschleunigte digitale Zusammenarbeit – auch über Kontinente hinweg – und einer Modernisierung des Arbeitsmodells mit größeren Homeoffice-Anteilen haben wir bewiesen, dass, wenn Mitarbeiter und Management im allgemeinen Interesse gemeinsam an einem Strang ziehen, das Unternehmen innerhalb kürzester Zeit einen enormen Evolutions- und Qualitätssprung vollziehen kann, auf den wir alle zu Recht stolz sein können.

Höhere Akzeptanz für digitale Dienste und Prozesse

Diese Krise birgt neben den vielen sehr bedauerlichen Aspekten, vor allem den vielen Todesopfern und Erkrankten weltweit, aber auch neue Chancen. Die Zimmer Group hat von den veränderten Rahmenbedingungen insoweit profitiert, dass sie ihre schon zuvor eingeschlagene Richtung der Digitalisierung stark beschleunigt hat und die Akzeptanz für digitale Dienste und Prozesse nun weltweit stark zugenommen hat. Außerdem konnte die Zimmer Group ihr Geschäftsfeld in der Krise mit dem Ziel, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, erweitern: Das erste daraus entstandene Produkt ist „Hand-Held“ – ein Hygiene-Türöffner, der das Risiko einer Infektion mit Krankheitserregern minimiert. Mit diesem Türöffner lassen sich Türen mit dem Ellbogen oder dem Unterarm öffnen und schließen. Potenzielle Krankheitserreger bleiben somit außen vor. Beim zweiten Projekt haben wir uns dem weltweiten Ruf nach Produktionskapazitäten für Mund-Nasenmasken gestellt. Unser Tochterunternehmen Zimmer Group India hat innerhalb von sechs Wochen eine Produktionsanlage für Masken konstruiert, die in Israel dabei hilft, die Infektionsraten von Covid-19 einzudämmen.

Während der Krise noch näher zusammengerückt

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zimmer Group ihre Hausaufgaben schon vor der Krise gemacht hat. Während dieser schwierigen Zeit sind wir aber noch näher zusammengerückt und haben weiter hochinnovative Produkte entwickelt. Unsere globale Vertriebsstrategie hat sich bewährt, und wir konnten diese durchaus schwere Zeit auch dank Konjunkturpaketen durchstehen. Wir haben, dort wo es sinnvoll erschien, auch Kurzarbeit eingesetzt, um negative betriebswirtschaftliche Konsequenzen abzumildern. Aus unserer Sicht hat die Bundesregierung mit dem RKI im Rücken einen guten Job gemacht. Damit hat sich gezeigt, dass gesellschaftliche Verantwortung in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit und die erfolgreiche Entwicklung neuer globaler Geschäftsfelder kein Gegensatz sein müssen. Es wird spannend – aber wir sind davon überzeugt, gut aufgestellt zu sein und blicken optimistisch in die Zukunft. 

Für meine Kunden erstelle ich Fachbeiträge und Anwenderberichte aus dem Bereich der industriellen Automatisierung und komplettiere die Texte durch aussagefähiges Bildmaterial.